Bestattungskosten

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charonstochter
Bestatterin

Es gibt mittlerweile mehrere Portale im Internet, die einem dabei helfen, Bestattungskosten zu vergleichen. Das Problem ist allerdings, dass die meisten gar nicht genau wissen, was sie brauchen, worauf sie achten wollen und ob Äpfel mit Birnen verglichen werden. Denn die Frage „Was kostet eine Feuerbestattung?“ ist in etwa so präzise wie: „Was kosten 3 Wochen Urlaub am Atlantik?“

Die meisten Menschen, die eine Reise buchen, haben den Vorteil, dass sie schonmal eine Reise gemacht haben und in etwa wissen, aus was sich so eine Reise zusammensetzt. Sie können also die verschiedenen Angebote, egal ob Cluburlaub, Individualreise, Ferienwohnung, Hotel oder Campen, gut einschätzen, für sich vergleichen und entscheiden, worauf es ihnen ankommt, wenn sie in den Urlaub fahren.
Sie wissen, dass All-Inclusive erstmal viel teurer ist, aber wenn man jeden Tag im Hotel das Essen von der Karte bestellt, man am Ende vielleicht doch eine höhere Rechnung bezahlen muss. Daher ist es wichtig zu wissen, welche Kostenpunkte es gibt und auf was man ggf. verzichten kann, um dann zu schauen, was in der angegebenen Endsumme enthalten ist.

Die Preise einer Bestattung zu betrachten, kann viel Geld und Ärger ersparen. Hinter vermeintlich günstigen Offerten können Lockangebote stecken. Transparenz und eine einheitliche Preisgestaltung würde den Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern leichter machen, allerdings macht das jedes Bestattungsunternehmen anders. Es gibt Bestatter:innen, die machen eher einen Paketpreis, andere dagegen rechnen jeden einzelnen Kandelaber ab, den sie in die Kapelle tragen. Es gibt Bestatter:innen, da kostet der Sarg das Hundertfache des Einkaufspreises, dafür rechnen sie nicht die Zeit ab, die sie persönlich aufbringen. Wieder andere Bestattungsunternehmen reichen den Sarg zum Einkaufspreis durch, berechnen dafür aber einen Stundensatz für ihre Arbeit.

Wir saßen mal mit 8 alternativen Bestatter:innen am Tisch und haben mal 2 verschiedene Fälle gerechnet. Alle hatten unterschiedliche Modelle, aber unter dem Strich unterschied sich die Summe dann nur minimal. Hätten auch wir nicht gedacht … Und natürlich gibt es dennoch im ganzen Bundesgebiet immer teure und günstige Unternehmen und die mit gutem und schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Laut Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) gibt es in Deutschland etwa 5.000 Bestattungsunternehmen. Diese Dienstleister warten mit sehr unterschiedlichen Angeboten auf. Die Kosten für eine Bestattung setzen sich dabei aus mehreren Teilen zusammen:

Private Kosten entstehen den Angehörigen für das Trauermahl, die Trauerkleidung, die Traueranzeigen und -karten.

Bestatter berechnen Kosten für den Sarg, die Totenkleidung, die Leichenwäsche und die Überführung des Verstorbenen. Friedhofsträger erheben Kosten für den Graberwerb, die Nutzung der Kapelle und die Bestattung.

Der Träger eines Krematoriums erhebt Kosten, wenn der Verstorbene eingeäschert werden soll. Eventuelle Folgekosten entstehen für die Grabpflege, das Grabmal und dessen Pflege.

Grundsätzlich gilt: Je aufwändiger eine Bestattung ist, desto teurer wird sie. Extravagante Bestattungsarten wie die Diamant- oder Weltraumbestattung kosten etwa 15.000 Euro. Generell sind Gräber, die sich Angehörige aussuchen können, teurer als Reihengräber, die zugeteilt werden.

Die Preise der verschiedenen Bestattungsarten werden hauptsächlich von der Höhe der kommunalen Gebühren, etwa für den Grabplatz sowie der Bestatterleistungen, beeinflusst. Wichtig ist deshalb, welche Leistungen der Bestatter anbietet. In manchen Angeboten sind beispielsweise Trauerfeiern oder Blumenschmuck enthalten, bei anderen nicht. Auch ein Blick auf die Gebühren der Nachbarkommunen kann sich lohnen, zuweilen ergeben sich dabei gravierende Preisunterschiede.

Als ungefähre Orientierung lässt sich feststellen: Eine gehobene Bestattung bewegt sich im Schnitt zwischen 2.000 und 5.000 Euro, doch nach oben gibt es noch einen großen Spielraum. Eine sehr einfache Bestattung dagegen kostet in der Regel zwischen 800 und 1.000 Euro. Bei einer Bestattung in einem Friedwald fallen Kosten zwischen 770 und 3.350 Euro an. Oftmals müssen zu diesen Kosten allerdings noch private Ausgaben hinzugerechnet werden. Vorsicht ist bei sehr günstigen Offerten angebracht. Hierbei handelt es sich häufig um Lockangebote, zu denen Kosten dazukommen können, die im Angebot nicht aufgeführt sind. Der Endpreis kann dann ebenfalls einer mittleren bis gehobenen Bestattung entsprechen.

Wichtig ist also ein genauer Blick auf die Angebotserstellung: Pauschalangebote erschweren die Transparenz. Es empfiehlt sich, den Bestatter um einen detaillierten Kostenvoranschlag zu bitten. Und bitte auch immer im Hinterkopf behalten: Manche Dinge können auch übernommen werden, sofern man sich in der Lage fühlt. Das kann die Erledigung von Formalitäten sein oder auch das Bereitstellen der Kleidung für den Verstorbenen.