Urne selbst machen

blank
Anne
Bohana

Urne ist nicht gleich Urne – das musste ich erst lernen

Das Thema Urne ist ein bisschen emotional besetzt bei mir und zwar aus mehreren Gründen. Die Urne, die wir kennen, ist oftmals gar nicht notwendig, das sagt einem aber kaum jemand. Zumindest ist das eine völlig neue Information für mich gewesen.

Die Aschekapsel reicht oftmals

Bei einer Kremation wird die Asche zusammen mit einem Schamottstein in eine Aschekapsel gefüllt. Der Schamottstein ist feuerfest und enthält eine eindeutige Identifikationsnummer des Verstorbenen*, die auch im Kremationsregister eingetragen wird. Der Stein ist wichtig, um Verwechslungen auszuschließen. Die Asche und der Schamottstein werden also in die Aschekapsel geschüttet. Die Aschekapsel wird versiegelt und mit den Daten des Verstorbenen* und des Krematoriums versehen.

Das, was wir als Urne kennen, ist die Schmuckurne oder Überurne und dient allein ästhetischen Gesichtspunkten. Eine schöne Schmuckurne kann ja auch wichtig sein, aber die Entscheidung darüber, ob jemand die Aschekapsel alleine auch schön findet (zum Beispiel mit Blumenschmuck), sollte aus meiner Sicht immer bei den Angehörigen liegen und nicht vorweggenommen werden.

Kann man eine Schmuckurne selbst bauen?

  • Als Erstes würde ich persönlich immer mit dem Bestattungshaus sprechen, dass ich ausgewählt habe und sagen, dass es mir ein Bedürfnis ist, die Schmuckurne selbst zu bauen oder zu gestalten. Die Bestatter:innen kennen die örtlichen Gegebenheiten und Regelungen auf den Friedhöfen.
  • Die Aschekapsel muss hineinpassen, die Endmaße von 25 cm x 25 cm sollten nicht überschritten werden.
  • Man darf nur Material verwenden, dass innerhalb der Ruhefrist vergehen kann. Die Bandbreite ist in der Theorie lang: Papier, Holz, Gips, Salzteig, Pappe, Stahlblech.
  • Bitte beachten bei Seebestattungen und Waldbestattungen: Die Asche wird vor der Beisetzung von der Aschekapsel in eine besondere Urne umgefüllt. Seebestattung: Hier muss die Urne aus einem Material gefertigt sein, dass sich nach kurzer Zeit im Meer auflösen kann. Waldbestattung: Hier muss die Urne aus einem Material gefertigt sein, dass sich gut im Erdreich auflösen kann.

Der zweite emotionale Grund

Die Idee zu Bohana hat ganz viel mit dem Thema Urne zu tun, denn es piekst mich immer noch an, dass ich die Schmuckurne für meinen Vater nicht selbst gebaut habe. Ich wusste damals schlichtweg nicht, dass es möglich gewesen wäre. Ich kannte und hatte das Angebot nicht und das beschäftigt mich einfach immer wieder. Ich baue gerne, es wäre mir wichtig gewesen und das Gefühl, dass mein Vater jetzt in einer von mir und meinen Geschwistern gebauten Schmuckurne weilt, wäre ein schöneres Gefühl.

Du hast jetzt mehr Informationen an der Hand und kannst in dich reinhören, was dir wichtig ist. Und das war mir wichtig, dass Bohana genau das tut.

Und auch hier ist es sicher so, dass genügend Menschen kein Bedürfnis danach haben. Für diese Menschen stellen die Bestatter:innen eine Auswahl zur Verfügung. Ganz besondere Exemplare stelle ich auch nach und nach hier vor. Die Wasserurne finde ich zum Beispiel persönlich ziemlich schön.