Unsere Schwerpunktwoche „Vorbereitet sein – Pflege und Palliative Care“

Leben bis zuletzt – Sterben gestalten

Bestattung, Trauer und Vorbereitet Sein sind die zentralen Themenbereiche von Bohana. Dazu informieren und inspirieren wir seit nun fast einem halben Jahr. Begleitend dazu bauen wir unser  Netzwerk mit ausgewählten Partner:innen und gemeinnützigen Vereinen auf, die euch mit ihrem Angebot unterstützen können, wenn ihr Hilfe im Umgang mit Abschied, Tod und Trauer braucht.

Allerdings fehlten im Bereich „Vorbereitet Sein“ bisher noch wichtige, weiterführende Inhalte jenseits von „Wie ist das mit den Würmern?“. Es geht um die letzte Lebensphase  – und um professionelle Beiträge von Sozialpädagog:innen, Therapeut:innen und Fachkräften aus der Pflege oder der Palliativmedizin, die sich beruflich dem Leben bis zuletzt widmen.

Vorbereitet sein auf die letzte Lebensphase

Da wir immer älter werden, bedeutet das Lebensende für viele von uns Betreuung, Pflegeheim, Hospiz. Das ist eine Tatsache, die wir lieber verdrängen und stattdessen hoffen, dass wir eines Tages friedlich einschlafen. Bis wir doch nicht mehr umhinkommen, uns mit dem Tod zu beschäftigen. Und das sollten wir tun für ein gutes Leben bis zuletzt. Was auch bedeuten kann, das Sterben zu gestalten. 

Eine herausfordernde Zeit für alle Beteiligte

„Vorbereitet Sein“ ist ein weites Feld. Die Beschäftigung mit dem Themenkomplex  Heim, Pflege und pflegende Angehörige liegt mir aus persönlichen Gründen sehr am Herzen: Diese letzte Lebensphase, wie ich sie intensiv bei meinem Vater erlebt habe, die uns so viel abverlangt. Egal aus welcher Perspektive ich darauf schaue: Sei es als Tochter oder bei den Pfleger:innen, wie ich es häufig während der Besuche bei meinem Vater in einem Bonner Alten- und Pflegeheim beobachten konnte. Wenn wir uns nicht auf Krankheit, Älter werden und Sterben vorbereiten, sind wir schnell überfordert. Wenn wir dabei nicht unterstützt und begleitet werden, kommen wir oft an unseren Grenzen.

Schwerpunktwoche „Vorbereitet Sein“

Die gute Nachricht ist, dass es auch für die letzte Lebensphase viele gute Unterstützungsangebote gibt. Und die möchten wir euch in Zukunft hier im Bohana-Blog  vorstellen. Wir starten heute mit zehn ausgewählten Fachbeiträgen und Projekten zum Thema „Vorbereitet Sein“.  Die Beiträge richten sich sowohl an Fachkräfte als auch an Zugehörige und Laien, mal mehr an die einen, mal mehr an die anderen. Lesenswert sind aber, das verspreche ich, wirklich alle! 

Gastbeiträge für interessierte Menschen, Pflegefachkräfte und pflegende Angehörige

Es sind vertraute Gesichter aus unserem Netzwerk dabei wie Corinna Nordhausen von Traudichkeit. Im Lebensende-Podcast hat sie mit Trauerbegleiter und Autor Thomas Achenbach über sein neues Buch „Mitarbeiter in Ausnahmesituationen: Trauer, Pflege, Krise“ gesprochen.  Kleiner Teaser: Zum Abschluss unserer Schwerpunktwoche werden wir sein Buch verlosen.

Und es sind neue Gesichter dabei wie die Resilienztrainerin Sandra Kötter. Sie beschreibt, wie wichtig es ist, zu lernen, was unser „Energiefass“ leert und wie wir es wieder füllen können. Oder „Business-Seelsorger“ Henrich Stöhr. Er hat evangelische Theologie studiert und arbeitet als Organisationsberater und Coach mit Unternehmen und Organisationen aus unterschiedlichen Branchen zusammen. Auch er befasst sich mit Resilienz und Wegen in die Gelassenheit, wobei sein Fokus ganz konkret auf dem Stressberuf Pflege liegt.

Bonn Lighthouse – Verein für Hospizarbeit hat uns einen wissenswerten Gastbeitrag über die Patientenverfügung in einfacher Sprache geschickt. Darin ist ausführlich beschrieben, warum es so wichtig ist, auch Menschen mit Einschränkungen die Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche selbstbestimmt festzulegen. Sozialpädagogin und Altenpflegerin Tabita Urdze beschreibt in ihrem Beitrag anschaulich, wie wichtig die Vorsorgeplanung auch fürs Pflegeheim ist und worauf wir achten sollten, um gut vorbereitet zu sein.

Es gibt viel zu entdecken und zu lernen in unserer aktuellen Themenwoche

Bei den zehn Blogbeiträgen findet ihr sicher Informationen und Anregungen, die für euch, eure Familien oder euer Umfeld interessant sind. Den Auftakt machen wir mit der Ärztin Dr. Astrid Steinmetz aus Potsdam, die das Trainingsprogramm KoW® entwickelt hat, womit man auch ohne Worte in die Kommunikation mit demenzerkrankten Menschen kommen kann.  

Wie gerne hätte ich schon früher, als ich mich um meinen Vater gekümmert habe, von solchen besonderen Angeboten der Langzeit-Pflege und Betreuung sterbenskranker  Menschen gewusst. Ich bin ihm aber verbunden und dankbar dafür, dass er mich dafür sensibilisiert hat und wir mit Bohana nun einen Ort geschaffen haben, an dem wir verschiedene Möglichkeiten, Projekte und Methoden zusammentragen und sichtbar machen können.

 

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