Musik für die Trauerfeier

Tom Rollenhagen
F/I/R/D

Durch die Musik, die bei einer Bestattungszeremonie gespielt wird, soll der Verstorbene gewürdigt werden. So hängt es vom Verstorbenen selbst und seinen Wünschen ab, aber auch vom Empfinden der Hinterbliebenen, was gespielt werden sollte. Musik birgt sowohl die Unfassbarkeit von Tod und Trauer, von Verzweiflung, als auch Hoffnung in sich. Sie begleitet die Trauernden und untermalt die andächtige Atmosphäre der Bestattungsfeier. Sei es durch Aufführung eines klassischen Requiems, die beeindruckende Inszenierung eines Lieds wie „Candle in the Wind“ zum Tod von Lady Diana oder der Gesang der Trauergemeinde – Musik ist aus der Trauerzeremonie nicht wegzudenken.

Historisch betrachtet zeigt sich die wichtige Stellung der Begleitmusik für den letzten irdischen Weg auch darin, dass die katholische Totenmesse und die dabei gespielte Musik den gleichen Namen tragen: Requiem. Die Bezeichnung ist abgeleitet von den ersten Worten der Messe, Requiem aeternam dona eis, Domine, was übersetzt „Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr“ bedeutet. Auch wenn in der heutigen Zeit der transzendente Bezug auf das letzte Geleit immer seltener verdeutlicht wird, bleibt das Requiem doch durch das Spielen von Musik in der Kapelle, am Grab oder beim Trauermahl erhalten.

Welche Musik zur Begleitung einer Beerdigung angemessen ist, hängt vom Verstorbenen selbst und seinen Wünschen, aber auch von den Hinterbliebenen ab. Wichtig ist, dass der Verstorbene durch die Musik gewürdigt wird und dass die Hinterbliebenen das Andenken an ihn damit verbinden können. Angemessen ist deshalb alles, was diese Bedingungen erfüllt. Der Musiker Joe Zawinul wurde auf seinem letzten Weg von seiner Band begleitet, die eine Mischung aus traurig-getragenem und wildem Jazz spielte und nach dem Begräbnis ein großes Konzert zu seinen Ehren veranstaltete. Auch wer kein Musiker ist, kann durchaus einen solchen Wunsch haben. Was für den einen pietätlos scheinen mag, erweist sich für den anderen als Möglichkeit einer besonderen Erinnerung und Ehrung einer außergewöhnlichen Persönlichkeit.

Eine Band oder ein Orchester ist jedoch in den wenigsten Fällen an einer Beerdigung beteiligt. Singt die Trauergemeinde nicht selbst, muss auf Aufnahmen zurückgegriffen werden oder ein Trauersänger engagiert werden. Auch hier bestimmt der persönliche Geschmack die Auswahl. Vielleicht findet sich sogar ein Stück, das mit wichtigen Momenten im Leben des Verstorbenen und dadurch mit ihm selbst verbunden ist. Eine Auswahl an klassischer, moderner und kirchlicher Musik findest du am Ende des Textes in unserer Übersicht.

Zu beachten ist allerdings, dass das Spielen von Musik während einer Bestattung als öffentliche Aufführung gilt. Wer urheberrechtlich geschützte Musik abspielen oder aufführen will – dazu gehört alles außer selbstkomponierter oder explizit freigegebener Musik – muss im Vorhinein eine entsprechende Lizenz bei der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) erwerben. Derzeit kostet diese Erlaubnis für eine Bestattung unabhängig von Art und Dauer der abgespielten Musik pauschal 15 Euro. In der Regel haben die Bestattungsinstitute entsprechende Verträge mit der GEMA, sodass man sich den Aufwand für den Erwerb einer Einzellizenz sparen kann.