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Anne
Bohana

Die Kraftsuppe

Schwierigkeit: Leicht 

Ich habe meinen Sohn im Geburtshaus geboren. Nach wenigen Stunden konnte ich mit ihm nach Hause gehen und bin direkt vollkommen erschöpft ins Bett gefallen. Meine Schwiegermutter kam kurz darauf mit meiner großen Tochter nach Hause und hat sich nach der Begrüßung und Freude über ihren neuen Enkelsohn sehr schnell einen Einkaufsbeutel geschnappt und ist losgezogen, um Zutaten für eine Kraftsuppe einzukaufen. Die Kräutermischung gibt es in unserer Apotheke, den Rest bekommt man auf dem Markt, aus dem Garten oder dem nächsten (Bio-)Laden.

 

Suppenliebe

Da stand sie nun kurze Zeit später mit meiner Frau in der Küche und beide haben gemeinsam die Suppe gekocht, für mich und somit für mein Baby. Ganz viel Liebe, Zuneigung, Schutz und Kraft steckte in der Geste und der Suppe. Warm und wohltuend.

Als mein Vater gestorben ist, habe ich mein Gespür für das Essen verloren, ich habe nur noch nach Rhythmus gegessen, damit ich meine Tochter stillen konnte. Ich hatte nie Appetit und war froh, dass meine Frau die Versorgung einfach durchgängig sichergestellt hat. Auch da bedeutete das Essen Liebe, Wärme, Zuneigung, Schutz und Kraft. Wenn ich jetzt gefragt werde, was man denn machen kann, um eine trauernde Person zu unterstützen, man aber nicht weiß, was man sagen kann und soll, dann kann genau das eine Alternative sein: versorgen, damit man bei körperlichen Kräften bleibt.

Man kann zum Beispiel eine Suppe kochen, die man einfrieren kann oder auch mehrmals aufwärmen. Das kann sehr entlasten.

Eine sehr gute Freundin von Claudia ist TCM- und Allgemeinmedizinerin und hat uns ein Rezept für eine klassische Kraftsuppe zur Veröffentlichung geschenkt. Schreibt mir bitte, wenn alternativ Bedarf an der Kräutermischung aus meiner Apotheke besteht.



Die Kraftsuppe - ein Rezept

Von der chinesischen Medizin wissen wir, dass Belastungen auch „verdaut“ werden müssen. Bei größerer und kleinerer Erschöpfung ist es hilfreich, die verdauend umsetzenden Mittenorgane zu unterstützen und auch unsere ererbte „Nierenenergie“ (unser Akkumulator, der für unsere Lebensenergie reichen sollte), nährend zu versorgen, weil vielleicht etwas „an die Nieren gegangen ist“. Kraftsuppen, bis zu täglich (auch mehrmals täglich, wenn sie gut munden) genossen, können dabei gut unterstützen.

Du brauchst

  • Ausreichend unterschiedliches Gemüse (nach Geschmack) einschließlich Zwiebel, Sellerie, Lauch, Wurzelgemüse für ca. 2 bis 3 Liter Wasser
  • Gewürze, die die Bekömmlichkeit verstärken und die Mittenergie stärken, auch nach Geschmack auswählen (alle zusammen sind möglich): Ingwer, Pfeffer, Kurkuma, Kardamom, Koriander (getrocknet), Chili. Nach Belieben dazu geben, Salz erst zum Ende des Kochvorganges.

Zubereitung

1. Die Gewürze ohne Fett kurz anrösten.

2. Das Gemüse grob zerkleinert mit etwas Fett kurz anschmoren, ca. 2 bis 3 Liter Wasser dazugeben. Die Suppe wird 2 bis 3 Stunden geköchelt, das Gemüse nach dem Auskochen verworfen, sodass wir die Essenz, eine klare Kraftbrühe gewinnen, die im Kühlschrank aufbewahrt werden sollte.

Kraftsuppen können in ähnlicher Weise mit einem Suppenhuhn oder Fischresten geköchelt werden, immer 2 bis 3 Stunden. Das Ausgekochte wird in der Regel nicht gegessen, bis auf das Hühnerfleisch, das man von den Knochen löst, wenn es gar ist, sodass man die Knochen für den Rest der Zeit auskochen kann. Aus dem Hühnerfleisch lässt sich ein leckeres Hühnerfrikassee zaubern. Die Kraftsuppen mit Huhn oder Fisch haben eine noch stärkere Unterstützungswirkung.

Guten Appetit!