Mechthild Schroeter-Rupieper über Familientrauerbegleitung

Mechthild Schroeter-Rupieper über Familientrauerbegleitung

Mechthild Schroeter-Rupieper ist die Gründerin der Familientrauerbegleitung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihr „Hausbuch für Familien in Zeiten der Trauer und des Abschieds“ ist das Standardwerk für Trauerbegleiter:innen. In ihren Aus- und Fortbildungen vermittelt sie hilfreiches Wissen über Trauer und Trauerreaktionen von Kindern und Jugendlichen. Mit ihren regelmäßigen Social Media Beiträgen, Radio-Interviews und Fernseh-Reportagen schafft sie ein Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, Kinder und Eltern bedürfnisorientiert in ihrer Trauer zu begleiten.

Das Gütesiegel „Familientrauerbegleitung in Praxis und Wissen“

In der Weiterentwicklung habe ich gemeinsam mit meiner Bamberger Kollegin Alexandra Eyrich von ZwischenGeZeiten praxiserprobte Qualitätskriterien aufgestellt, die auch anderen KollegInnen als Orientierung in ihren Weiterbildungen dienen können. In unsere Lehrgangsinhalte haben wir u.a. die Kinderrechte mit einbezogen. Dieses Siegel können TrauerbegleiterInnen nutzen, die nach den Prüfungsstatuten der Basis- und Aufbaulehrgänge bei Lavia und ZwischenGeZeiten zertifiziert wurden.

Die Grundlagen der systemischen Familientrauerbegleitung unter Einbeziehung der Kinderrechte sind ebenso wichtig, wie die Grundlagen der Gesprächsführung, die man in Familien benötigt, wenn man auf redselige, fragende, klagende oder schweigsame Kinder, Jugendliche, Männer oder Frauen in Trauersituationen trifft.

Wir brauchen FamilientrauerbegleiterInnen, die in der Lage sind, gute Fragen zu stellen. Fragen, die reflektieren lassen, Anreiz zum Nachdenken geben, Gesprächsimpulse bieten und Diskussionen auslösen, sprich: Bewegung in einen Trauerprozess bringen. Dafür braucht es pädagogisches Geschick und Wissen um das kognitive Todes- und Trennungsverständnis von Kindern, Jugendlichen – und die Erwachsenenperspektive darauf.

Mit unserem Gütesiegel „Familientrauerbegleitung in Praxis und Wissen“ stehe ich und stehen wir dafür, dass Männer und Frauen schon nach dem Basiskurs mit einem imaginären Koffer, der mit kreativen Ideen und dem Wissen um Einsatzmöglichkeiten gefüllt ist, gestärkt und motiviert an ihre Arbeitsorte zurückkehren. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind mittlerweile gut ausgebildete FamilientrauerbegleiterInnen nach diesem Konzept tätig. Und es freut mich, dass der Begriff „Familientrauerarbeit“, der bis heute noch nicht im Duden zu finden ist, bereits von vielen weiteren KollegInnen übernommen wurde.

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