Ulrike Grimm

Bei einem Besuch des Sepulkral Museums in Kassel bin ich auf das Informations- und Arbeitsbuch von Ulrike Grimm gestoßen. Ulrike Grimm regt an, sich bereits im Vorfeld Gedanken zu machen über die Wünsche und Vorstellungen zur eigenen Bestattung.

Ein Buch ganz in Sinne von Bohana. Es passt hervorragend und so haben wir uns kontaktiert und gefunden.

Claudia
Bohana

Frau Grimm, Sie hatten – ähnlich wie ich – das Gefühl, dass es etwas geben muss, das Menschen anregt, sich ganz konkret über die eigene Bestattung Gedanken zu machen. Welche Geschichte steht hinter ihrem Buch?

Früher hatte ich die Seiten meines Familienstammbuches mit einer Menge kleiner Haftnotizzettel beklebt, auf denen Ideen und Anweisungen zu meiner Bestattung notiert waren. Dieser Zettel-Dschungel mußte dringend sortiert und strukturiert werden und so entstand das Buch „Meine Bestattung – Wünsche und Gedanken“.
Auch die Erfahrungen aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Sterbebegleiterin, die damit verbundenen zahlreichen emotionalen Gespräche und auch meine persönliche Lebensgeschichte haben mich immer wieder mit den verschiedensten Fragen zum Thema Tod, Trauer und Bestattung konfrontiert. Auch dadurch entstand der Inhalt des Buches. Zudem habe ich generell keine Angst oder Scheu vor diesen Themen und beschäftige mich viel damit. Wenn ein geliebter Mensch verstorben ist, müssen die Angehörigen innerhalb kürzester Zeit sehr viele Dinge entscheiden – man möchte alles richtig machen – es gibt ja nur diese eine Gelegenheit!

Das Buch ist Lesestoff und zugleich Arbeitsbuch für neugierige und interessierte Menschen, die sich mit den Tabuthemen Tod, Trauer und Bestattung beschäftigen möchten. Es bietet Hilfestellung und Anleitung, um Wünsche und Gedanken zur eigenen Bestattung zu dokumentieren. Den Leser erwarten sachliche Informationen, viele wissenswerte Denkanstöße, einfühlsame Erläuterungen und ansprechende Fotos zum Thema. Fertig ausgefüllt ist es somit ein hilfreicher Wegweiser für die Hinterbliebenen im Trauerfall.        

Das Buch „Meine Bestattung – Wünsche und Gedanken“ ist auch ein Wegweiser für die Hinterbliebenen, die damit die letzten Wünsche des verstorbenen Menschen erfüllen können. Bekommen Sie Rückmeldungen von den Angehörigen dazu, wie sie es erleben, anhand Ihres ausgefüllten Arbeitsbuchs die Bestattung zu planen?

Von etlichen Kunden erhielt ich bereits positive Resonanz, direkt nachdem sie es gelesen oder ausgefüllt hatten (das erfreut und bestärkt mich immer wieder von Neuem.) Und ja, auch Angehörige haben sich bei mir gemeldet und davon berichtet, wie überaus hilfreich das ausgefüllte Buch für sie im Trauerfall war. Eine sehr nette Familie schrieb mir beispielsweise: „… würdevoller und unkomplizierter hätten wir Vater’s Bestattung in der kurzen Zeit nicht organisieren können – Danke für Ihr Buch“.    

Wer kauft Ihr Buch, das Sie im Selbstverlag vertreiben, wer ist nach Ihrer Erfahrung bereit, sich mit dem eigenen Sterben zu Lebzeiten zu beschäftigen und dieses Thema offen anzugehen?

Tatsächlich kaufen oft Menschen mein Buch, die bereits selbst einen geliebten Angehörigen verloren haben und ganz unverhofft und auch unvorbereitet mit dem Thema Tod in Berührung kamen. Allerdings fragen das Buch auch häufig Bestatter an, die es weiterverkaufen oder verschenken.   

Ihr Buch gibt Denkanstöße, die nicht unbedingt auf der Hand liegen, wenn es um die eigene Bestattung geht. Sei es die Frage nach der Kleidung, die man gerne tragen möchte oder – um ein anderes Beispiel zu nennen  – ob man sich auch eine Körperspende vorstellen könnte, seinen Körper also der medizinischen Ausbildung zur Verfügung stellen würde. Sie erläutern diese und andere Möglichkeiten auf einfühlsame Weise und regen Ihre Leser*innen zu Gedanken an, die sie sich wahrscheinlich ohne Ihren Wegweiser nie gemacht hätten. Führt diese Inspiration Ihrer Erfahrung nach dazu, dass die Leser tatsächlich am Ende Pläne machen, von denen sie anfangs noch gar keine Vorstellung hatten?

Das Buch gibt zunächst den Impuls, sich überhaupt einmal mit dem Thema zu befassen. Bestenfalls werden die Wünsche und Gedanken zur eigenen Bestattung dann auch direkt dokumentiert. Im Buch gibt es etliche Informationen und Denkanstöße, die vielen Leser*innen in der Form gar nicht bekannt waren oder an die man so gar nicht gedacht hätte. Diese neuen Erkenntnisse können dazu führen, dass man seine bisherigen Wünsche überdenkt und diese gegebenenfalls revidiert oder dass sich bereits bestehende Vorstellungen festigen.   

 

Was soll Bleiben, wenn Sie gehen?

Meine Familie und meine Freunde sollen mit einem Lächeln auf dem Gesicht an mich denken und sich all der schönen Momente erinnern, die wir gemeinsam erlebt haben – das wünsche ich mir.