Für das gute Gefühl, alles geregelt zu haben

Für das gute Gefühl, ...

...alles geregelt zu haben

Vor 18 Monaten, an einem der heißesten Tage im Sommer, ist mein Vater gestorben. Total unerwartet, von jetzt auf gleich.

Die Themen Tod und Sterben waren in unserer Familie nie ein Tabu und so war auch seit Jahren schon alles besprochen und festgehalten, was in dem Fall zu tun ist.

Ich war zu dem Zeitpunkt schon einige Zeit als zertifizierte GenerationenBeraterin tätig. Ich begleite Menschen und Familien bei ihrer persönlichen Notfallplanung. Damit ist alles gemeint, was Du im Vorfeld regeln, vereinbaren und verbindlich klären kannst, um im Notfall „gut ausgerüstet“ zu sein.

Vor allem für Unfälle und plötzliche Erkrankungen ist es existentiell wichtig, zunächst mit einer rechtsgültigen Vorsorgevollmacht ausgestattet zu sein. Nur damit kann Deine Familie für Dich handeln und entscheiden und umgekehrt. Ist eine solche nämlich nicht vorhanden und Du liegst z.B. im Koma und kannst Dich selbst nicht äußern, bestimmt das Gericht automatisch einen gesetzlichen Betreuer, der ab diesem Zeitpunkt das komplette Ruder übernimmt, und zwar für alles: Gesundheit, Post, Behörde, Finanzen und Aufenthalt.  Mit einer Vorsorgevollmacht bleibt Eure Familie immer selbstbestimmt und unabhängig, denn in einer solchen bestimmst Du rechtzeitig, wer was wann und wie im Notfall dürfen soll.

Eine Patientenverfügung ist natürlich ebenso wichtig. Mit dieser Verfügung legst Du Deinen medizinischen Willen fest für Maßnahmen am Ende Deines Lebens, bei Koma, im Endstadium einer unheilbaren Krankheit oder bei Hirnschädigung – wenn Du diesen nicht mehr selbst äußern kannst.

Das sind rechtliche Basics, die jeder für sich und seine Familie und eventuell noch Eltern regeln sollte – am besten jetzt, denn für diese Themen ist es nie zu früh.

Notfall-Handbuch

Zu einer Notfallplanung gehört aber noch viel mehr. Finanzielle Dinge spielen ebenso eine Rolle, genau wie das Erbe, ein eventuelles Testament oder generell die Überlegung, wie der Nachlass zu regeln ist; das ist vor allem bei Patchworkfamilien sehr wichtig.

Das größte Geschenk, das man seinen Lieben für eine Notfallsituation oder für den Todesfall machen kann, ist ein sog. Notfall-Handlungsleitfaden. Was sich auf den ersten Blick sehr bürokratisch anhört, ist es zum Teil auch, aber gleichzeitig auch sehr wertvoll. Es wird darin alles an Adressen, Verträgen, Kontaktdaten, Aufbewahrungsorten etc. festgehalten, was für die Angehörigen wichtig ist. Und ergänzt mit Informationen, was wann von wem zu erledigen ist.

Ein solches Notfall-Handbuch gibt Dir oder Deiner Familie nicht nur Sicherheit und Klarheit, sondern vor allem einen unglaublichen Halt.

Im besten Fall sind nämlich auch Wünsche und Vorstellungen zur Bestattung notiert, vielleicht sogar bis ins kleinste Detail, bis hin zur Musik und dem Wunsch, wer anwesend sein soll und wer nicht.

Ich war so unglaublich dankbar, dass es ein solches Notfall-Handbuch gegeben hat, als mein Vater starb. Hatte ich es doch oft genug mit ihm besprochen und gepflegt. Ich konnte alle Punkte „abarbeiten“, fand Halt im Inhaltsverzeichnis, das mich durch die ersten Tage und irgendwie auch durch meine Trauer führte. Ich empfand in meiner tiefen Trauer gleichzeitig eine gewisse Zufriedenheit, alles so machen zu können, wie mein Vater es sich gewünscht hatte. Es hätte ihm gefallen.

Für ein gutes Gefühl, besser vorbereitet zu sein

Vorbereitet-Sein

Nur eins hatte ich nicht bedacht: Dass der Tod plötzlich kommen kann. Genau darauf war ich nicht vorbereitet. Meine Vorstellung von einem Notfallplan-Konzept, sei es das von meinem Vater oder seien es die, die ich mit meinen Kunden bis dato erstellt hatte, hatten den Tod nicht als Notfall im Blick. Der Tod war in meiner Vorstellung immer etwas, auf das man sich einstellen konnte.

Obwohl ich – auch als Sterbebegleiterin – kein Tabu in mir kannte und dachte, alles zu wissen, was im Todesfall zu tun ist, ist doch alles anders, wenn der Tod plötzlich kommt. Ich war in einem emotionalen Ausnahmezustand und Notfallplan hin oder her, ich habe in der kurzen Zeit, in der ich mich von meinem Vater noch verabschieden konnte, auf die aus heutiger Sicht für mich wichtigsten Dinge nicht geachtet, nicht daran gedacht, sie nicht gesehen. Als gläubiger Katholik hätte es meinem Vater zum Beispiel alles bedeutet, wenn wir noch einen Pfarrer gerufen hätten für seinen letzten Segen…

Heute bekommen genau solche Punkte und Situationen einen noch viel größeren Raum in meiner Arbeit, so dass auch für den plötzlichen Todesfall alles an Informationen und Möglichkeiten parat liegt.

Als GenerationenBeraterin organisiere ich mit Dir und Deiner Familie ein komplettes Notfall-Konzept, angefangen von den rechtlichen Grundlagen über Fragen des Nachlasses und den Bestattungswünschen bis hin zu einem Notfall-Handbuch für die Angehörigen incl. der Dinge, die bei einem plötzlichen Todesfall zu tun oder zu beachten sind. Am Ende ist es das Persönlichste, was Du Deinen Angehörigen vermachen kannst.

Auf die Trauer und den Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen ist eine Vorbereitung fast nicht möglich, aber auf vieles andere, was elementar wichtig ist. Damit wird Deiner Trauer und Deiner Liebe zusätzlich freier Raum gegeben, der nicht mit Dingen gefüllt ist, die schon rechtzeitig geregelt werden können.

Damit auch an alles gedacht ist und vor allem auch sicher und rechtsgültig vereinbart wird, begleite ich Dich gerne dabei, Dich vorzubereiten und koordiniere alle Schritte und die für Dich wichtigen Punkte. Am Ende kannst Du nicht nur sagen, sondern auch das wunderbare Gefühl der Erleichterung verspüren: Endlich alles geregelt.

Text & Bilder: Bärbel Amels

Kommentare

  • Tabitha Gopp
    17. Februar 2021 um 21:10

    Schon das Lesen des Beitrags vermittelt das Gefühl von Kompetenz verbunden mit sehr viel Herzlichkeit. Eigentlich genau das, was man braucht um sich ,gut aufgehoben’ zu fühlen.
    Vielen Dank

    • Bärbel Amels
      20. Februar 2021 um 16:55

      Vielen Dank für das schöne Feedback; das freut mich sehr. Bei den nicht immer einfachen Themen ist es mir wichtig, Leichtgkeit und Feelgood ebenso wie die erforderliche professionelle Sachlichkeit und Akribie mit einzubauen.

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