Der Fingerabdruck – ein Unikat – ein Anker der Erinnerung

Jeder einzelne Finger an jeder Hand eines jeden Menschen auf dieser Welt hat andere Linien. Sie sind niemals identisch. Egal, wie alt oder jung, groß oder klein der Mensch ist: Der Fingerabdruck ist ein Unikat und unverfälschlich echt. Er zeigt das pure Leben, hat Narben, Falten, Rillen, wunderschöne verspielte Wirbel oder auch ganz gerade Furchen. Manchmal sieht man sogar Dinge darin: Gebilde, Bäume, Kreuze, Straßen. Er ist eine Momentaufnahme. Oft wird über diese Identität hinweg gesehen. Dabei ist sie so unglaublich detailvoll und individuell.

Über die heilsame Wirkung von Fingerabdrücken in der Trauer

Gerade, weil der Fingerabdruck so einzigartig ist, wird er gerne als „Erinnerung“ an den einen Menschen aufbewahrt. Es ist das „Markenzeichen“ oder die „Unterschrift“ des Verstorbenen. Es ist etwas, das bleibt – etwas, das Halt geben und Trost spenden kann. Auf emotionaler Ebene sind Fingerabdrücke wichtig für die Trauer. Bei der Suche nach Möglichkeiten, etwas ganz Persönliches vom Verstorbenen festzuhalten und für immer bei sich zu tragen, ist der Fingerabdruck-Schmuck eine der einfachsten. Außerdem können die Abdrücke eine große Hilfe bei der Trauerbewältigung sein. Dies ist nicht immer sofort der Fall, weil der Schock-Moment des Verlustes zu groß ist. Doch nach einiger Zeit sind viele Trauernde sehr froh, Erinnerungen in Form eines Schmuckstücks bei sich zu haben.

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Müssen Erinnerungen immer erst nach dem Tod geschaffen werden?

Überhaupt nicht. Wenn der Vorgang der „Abdruckentnahme“ im Rahmen der Familie gemacht wird, ist dies oftmals für alle Beteiligten sehr heilsam. Gerade bei Hospizen und palliativen Einrichtungen ist es ein schönes Ritual, das später positiv in Erinnerung bleibt. Man kann auch eigenständig Abdrücke machen und diese zum Testament oder den Vorsorge-Papieren legen. Oder Erinnerungsschmuck schon zu Lebzeiten verschenken.

Es ist soviel möglich: Fingerabdrücke, Hände, Füßchen und auch Handgeschriebenes

Die Art und Weise des Umgangs mit persönlichen Erinnerungsstücken ist für jeden anders. Das Wichtigste hierbei ist die Zeit: Wurden Abdrücke gemacht, dann herrscht kein Zeitdruck. Über die Gestaltung und Form kann selbstbestimmt und im individuellen Trauerprozess entschieden werden. Hierbei gibt es gibt viele verschiedene Möglichkeiten: Manche legen den Abdruck zu einem Foto oder rahmen ihn ein. Man kann die Abdrücke vergrößern und professionell drucken lassen. Man kann sich Fingerabdruck-Tattoos machen lassen. Man kann Sie auf Memoria-Gegenstände oder Trauerschmuck aufbringen lassen. Oder man legt sie einfach an einen, für sich sicheren Ort und bewahrt diese bis zum richtigen Zeitpunkt auf. Und manchmal will man sie auch einfach nur so anschauen.

Aussprechen, was einem gut tut in Zeiten der Trauer

Den Wunsch nach einem Fingerabdruck sollte jeder frei äußern, unabhängig von der Einstellung der Mittrauernden, der Bestatter:innen oder der Nähe zum Verstorbenen. Denn die Trauer selbst ist für jeden anders und sollte demnach auch so individuell begleitet und gelebt werden, wie es für einen selbst stimmig ist.

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