Bohana beim digitalen Frauenwirtschaftskongress

Anfang September fand der zweite Plan W-Kongress der Süddeutschen Zeitung statt, wegen Covid-19 digital. Mit allen Vor- und Nachteilen dieses Formats. Zu den Nachteilen gehört für mich, dass Präsenzveranstaltungen und die Möglichkeit, sich persönlich kennenzulernen schöner, wärmer und unmittelbarer sind. Zu den Vorteilen, dass so eine digitale Veranstaltung logistisch natürlich viel einfacher für uns unterzubringen ist, weil Zeit zu den Dingen gehört, die wirklich knapp bei uns ist.

Interessante Keynotes und Panels

Mehr als 30 Redner:innen aus Wirtschaft, Politik und der Gründerszene waren bei Plan W dabei, unter anderem Malu Dreyer und Rita Süssmuth, die in Keynotes die beiden Konferenztage einleiteten. Das Programm war überschaubar und erschlug nicht durch eine Fülle, die manchmal ja auch Qual der Wahl bedeuten kann. So war es möglich, an jedem Panel teilzunehmen.

Aus folgenden Talks und Workshops konnte ich am meisten für mich mitnehmen:

  • Grüner wirtschaften geht immer
    mit Magnus Hall, Vattenfall und Mimi Sewalski, Avocado Store
    … weil uns bei Bohana das Thema so wichtig ist, dass wir es auch als eines der Auswahlkriterien für unsere Netzwerkpartner:innen im Wertekanon festgehalten haben.
  • Warum deutsche Gründerinnen wesentlich weniger Risikokapital erhalten als männlich geführte Start-ups
    mit Kati Ernst, Ooia, Barbara Dombay, BayStartUp und Jessica Espinoza, Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft
    … weil wir bei Bohana uns zwar für den purpose-Weg und gegen Venture-Capital entschieden haben, aber es doch als Gründerinnen einer GmbH sehr spannend finden, uns mit diesen Themen zu beschäftigen. Und, wie Kati Ernst, auch Crowd-Funding als Option in Betracht zu ziehen.
  • Frauen müssen sich feiern

       mit Katja Kraus, Jung von Matt und Karin Suder, ehem. Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium
      … weil wir lernen müssen, solidarisch zu sein, uns zu stärken und zu ermutigen, statt zu kritisieren

      (was systemisch ist, dieses „klein machen“).

Es waren zwei ausgesprochen abwechslungsreiche Tage mit interaktiven Formaten und vielen Möglichkeiten, sich via Chatfunktion oder auch in separaten Sessions mit den Referent:innen auszutauschen.

Digitales Netzwerken per Zufallsgenerator – eine neue Erfahrung

Beim Speed-Dating kostete es mich einen kleinen Moment an Überwindung, dem Zufallsgenerator grünes Licht zu geben, der mich dann mit einer anderen Kongressteilnehmerin zusammenwürfelte und uns beiden drei Minuten für eine gegenseitige Vorstellung gab. Weil es einfach doch nochmal was anderes war, als wenn man sich wie in Zeiten vor Corona an einem langen Tisch gegenübersaß und dieses Zeitfenster für ein Gespräch hatte. Aber es funktionierte auch so. Ein Unternehmen wie Bohana, das sich die Themen Abschied, Tod und Trauer auf die Fahnen geschrieben hat, erregt immer Aufmerksamkeit, weil es letztlich jeden Menschen persönlich betrifft. So war es bei diesem Format ein Leichtes, auch Multiplikatoren aus der Wirtschaft auf die lebendige Abschiedskultur aufmerksam zu machen, die wir uns wünschen.

Inspirierende Impulse von innovativen Frauen aus der Wirtschaft

Obwohl wir uns nicht wirklich begegnen konnten, waren für mich Nähe und Zusammenhalt spürbar, alle Begegnungen zeugten von großer Zugewandtheit, die Teilnehmerzahl war meines Erachtens nicht hoch, insofern hatte der ganze Kongress schon nach kurzer Zeit etwas sehr Persönliches: Man begegnete in den verschiedenen Sessions auch immer wieder einigen vertrauten Gesichtern aus dem Speed-Dating oder konnte ähnliche Interessen ausmachen, wenn man sich in sogenannten „Break-out Sessions mit Table Captains“ wieder traf. Ich habe mich an den Tisch von Tijen Onaran, Global Digital Woman gesetzt, um die Gelegenheit zu nutzen, die Gründerin des Digital Female Leader Award kennenzulernen. Aber auch bei Magdalena Rogl, Microsoft Deutschland und Natascha Hoffner, messerocks reingeschaut und reingehört.

Visionäre Abschlusskeynote, Vorfreude und Hoffnung für 2021

Der Kongress endete mit der großartigen Abschlusskeynote „Europa für Frauen – Frauen für Europa“, von Ulrike Guérot, der Leiterin des Departements der Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau Universität Krems. Im Anschluss an die beiden Tage kann ich nur sagen, dass Plan W das Kongress-Motto „Miteinander“ wirklich gelebt und erlebbar gemacht hat. Ich bin froh und dankbar, mit dabei gewesen zu sein. Trotzdem hoffe ich im nächsten Jahr auf einen Plan W-Kongress, der wieder so ganz und richtig physisch stattfinden kann. Denn das braucht es einfach auch.

Claudia Fricke - Gründerin von Bohana
Claudia Fricke
Gründerin Bohana