Abschiedsgestaltung in Zeiten von Corona | Videos

Auf dieser Seite sammeln wir Videos von Trauerbegleiter:innen und Bestatter:innen, die wertvolle Impulse geben, wie sich ein Abschied – auch im Rahmen der aktuellen Bestimmungen –  persönlich gestalten lässt. Falls auch du ein Video kennst, das die „Trauer auf Abstand“ erleichtern könnte, poste den Link gern in den Kommentaren.

Schau dir einfach an, was alles möglich ist!

Mechthild Schröter-Ruhpieper: „Herzen teilen, Gruß- und Abschiedsmöglichkeiten in Corona – Zeiten“

Mechthild Schroeter-Ruhpieper von LAVIA Familientrauerbegleitung erzählt auf ihrem You Tube Kanal „Todesmutig“, wie man mit Verlust, Traurigkeit und Tod umgehen kann, wenn Nähe nicht möglich ist. In diesem Video stellt sie das Trostherz vor, das jeder selbst gestalten kann. Und wer mag, schreibt einen Liebes-, Erinnerungs- oder Dankesbrief an den Verstorbenen.

Weitere Ideen für heilsame Abschiedsrituale findest du in ihrem Buch „Für immer anders – Das Hausbuch für Familien in Zeiten der Trauer und des Abschieds“ (Neuauflage 2020). 

Sarggeschichten: Abschied aus der Ferne

Die Sarggeschichten beschäftigen sich mit der Frage, welche Gestaltungsmöglichkeiten uns unter den neuen Bedingungen bleiben. Dabei steht nicht Covid-19 als Todesursache im Vordergrund, sondern die Möglichkeit des Abschiednehmens bei Kontaktbeschränkung.

Möglichkeiten, den Tod zu begreifen, wenn man nicht persönlich Abschied nehmen kann:

Erinnerungsfoto vom Verstorbenen oder Finger- oder Handabdruck machen lassen, einen Brief schreiben und evtl. in den Sarg oder ins Grab legen lassen, Video-Botschaften aufnehmen, eine Haarsträhne aufbewahren, vertraute Musik hören, gemeinsame Lieblingsorte besuchen o.ä.

„Abschiednehmen aus der Ferne – Trauer in Zeiten von Corona“

Memento Bestattungen: Abschied gestalten unter Corona

Cass, Andrea, Danny, Leo und Jan von memento Bestattungen in Berlin haben einen kurzen Film über Gestaltungsmöglichkeiten bei Bestattungen während der Kontakteinschränkungen gemacht. Zusammen zu trauern ist in Bedürfnis, das sich nicht verschieben lässt. Wie können wir uns die Nähe geben, die wir brauchen, wenn wir uns nicht nah sein dürfen?

Ideen für Gemeinschaftsrituale in dieser merkwürdigen Zeit

1. Alle Trauernden, die nicht an der Trauerfeier teilnehmen können, verabreden sich, zum Zeitpunkt der Beerdigung, an den Verstorbenen zu denken, das Lieblingslied spielen, Fotos oder Videos vom „Abschied aus der Ferne“ zu machen, um einen ganz besondere Erinnerungscollage zu gestalten.

2. Der Aids-Memorial-Court ist ein gutes Beispiel, wie gemeinsame Trauer über Zeit und Raum hinweg möglich ist. Für den Tag der Bestattung kann jeder ein Stück Stoff gestalten, das zu einer Decke zusammengefügt und auf den Sarg wird. Oder jeder bemalt einen Stein, der als Stellvertreter für die Menschen, die nicht dabei sein können, auf den Sarg gelegt wird.

3. Jeder bekommt ein Erinnerungsstück vom Verstorbenen, um die Verbundenheit sichtbar zu  machen, z.B. einen kleinen, zur Urne passenden Anstecker, ein Bild oder eine besondere Kerze  o.ä.

4. Blumenschmuck muss nicht auf einmal abgelegt werden, sondern kann auch nach und nach entstehen: Trauernde besuchen das Grab zu verschiedenen Zeiten. Als Zeichen der gemeinsamen Trauer und Verbundenheit bringt jeder eine Blume, einen Strauch oder eine Blumenzwiebel mit.

Weitere Anregungen: wanderndes Kondolenzbuch, Kettenbrief, Gedenkstaffel-Lauf …

„Trauerfeier #abschiedgestalten Bestattung unter Corona“

Anemone Zeim: Trauern im Ausnahmezustand

Anemone Zeim von der Trauerberatung und Erinnerungswerkstatt „Vergiss Mein Nie“ in Hamburg beschreibt: Die Welt steht still – jede:r ist für sich. Wie kann man in diesem Ausnahmezustand, wo jede:r einzelne aus der Spur geworfen ist, noch Zeit und Raum für die eigene Trauer finden? Wie kann eine solche Strategie aussehen? Jeder erlebt gerade eine Art „persönlichen Katastrophenfall“ und eine kollektive Trauer um alles, was gerade verloren geht.

„Trauern im Ausnahmezustand | Tipps zur Krisenunterstützung #5“

Wenn persönliche Nähe fehlt, findet der Kontakt über eine klare Sprache, Mimik oder Gestik statt.

  1. Sich unterstützen, anrufen, miteinander reden, zusammen schweigen und füreinander da sein.
  2. Tagesstruktur mit Routinen schaffen, um mit dem „Mitbewohner“ Trauer klar zu kommen. Sich bewusst Zeit und Raum für die Trauer nehmen und sie zulassen.
  3. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, bei den Notfallnummern oder Hotlines anrufen, um Trauer nicht zu verdrängen.

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